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Workshop 3

 

Thema: „Regenerative Energien“

 

Moderation:

Dr. Uwe Hartmann, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie, Landesverband Berlin Brandenburg e.V.

Rainer Friedrich, Bauamt der Stadt Bielefeld

 

Der Workshop befasste sich mit der zunehmenden Bedeutung erneuerbarer Energien für die Wohnungswirtschaft. Derzeit beläuft sich der Anteil regenerativer Energien am gesamten Endenergieverbrauch in Deutschland auf 9,1 Prozent. Der Anteil am Stromverbrauch liegt bei 14,3 Prozent und am Wärmeverbrauch bei 6,5 Prozent. Durch erneuerbare Energien wurden im Jahr 2007 insgesamt rund 219 Milliarden Kilowattstunden bereit gestellt – das ist mehr als der gesamte Energieverbrauch Portugals, Ungarns oder Norwegens. Im Mittelpunkt des Workshops standen drei Bereiche:

  • Photovoltaik
  • Solarthermie
  • Biomasse

 

Photovoltaik:

Deutschland ist zurzeit der weltweit größte Absatzmarkt für Photovoltaikanlagen. Die jährlich installierte PV-Leistung lag im Jahr 2006 bei 1,2 GWp. Es ist zu erwarten, dass bereits 2010 konventionell erzeugter Strom ebenso teuer sein wird wie Strom aus Photovoltaikanlagen. Um noch mehr Hausbesitzer dazu zu bewegen, eine Photovoltaikanlage zu installieren, wurde im Workshop angeregt, dem Beispiel Osnabrücks zu folgen und ein Kataster zu erstellen. Anhand von Luftbildaufnahmen der Straße könne dann jeder Hausbesitzer entscheiden, ob das Dach seines Hauses für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Erörtert wurde zudem die Frage, welche Möglichkeiten Unternehmen der Wohnungswirtschaft haben, um PV-Anlagen in ihrem Bestand zu installieren. Hier bietet sich die Gründung von Betreibergesellschaften an.

 

 

Solarthermie:

Mit 10 Millionen Quadratmeter installierter Kollektorfläche stellt Deutschland im Bereich der Solarthermie den größten Markt in Deutschland dar. Bei den großen solar-thermischen Anlagen bestehen jedoch große Defizite – mehr als 95 Prozent der Anlagen befinden sich auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Unternehmen der Wohnungswirtschaft befinden sich im Investor-Nutzer-

Dilemma. Sie können die mögliche 11-prozentige Kaltmietenerhöhung nicht umsetzen. Um dieses Dilemma zu lösen, wurde angeregt, die Mieter jährlich über ihre Verbrauchszahlen zu informieren. Sinnvoll sei zudem ein ökologischer Mietspiegel, der es gestattet, in Häusern mit solar-thermischen Anlagen 15 bis 35 Cent mehr Miete pro Quadratmeter zu nehmen. Die Förderung großer solarthermischer Anlagen sollte von derzeit bis zu 15 Prozent auf bis zu 50 Prozent angehoben werden, um Investoren einen größeren Anreiz zu bieten. Einigkeit bestand darüber, dass eine produktneutrale Beratung erforderlich ist. Als vorbildlich wurde in diesem Bereich die BIZE-Initiative in Bielefeld hervorgehoben.

 

 

Biomasse:

Auch die Energiegewinnung durch Biomasse erfolgt zumeist in Ein- und Zweifamilienhäusern. Da man mit relativ konstanten Preisen für Pellets und Holzschnitzel rechnen kann, dürfte sich eine Investition in die Erzeugung dieser erneuerbaren Energie auch für die Wohnungswirtschaft lohnen.

 

Im Workshop wurden abschließend Visionen für das Jahr 2030 aufgezeigt. Dann sollten 50 Prozent der Wärme im Niedertemperaturbereich über Solarenergie gedeckt werden. Das Aktive Solarhaus, bei dem der Wärmebedarf zu 100 Prozent mit Solarenergie gedeckt wird, sollte Baustandard sein.

 

 

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